sexistische Werbung in Triberg

sexistische Werbung in Triberg

PM 14.08.2015

Statement zur sexistischen Gestaltung des Männerparkplatzes

in Triberg

Die LAG der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Baden-Württemberg kritisiert die als "Kunstwerk" angepriesene sexistische Darstellung einer Frau an der Rückwand eines öffentlichen "Männerparkplatzes" aufs Schärfste und fordert die Gemeinde Triberg auf, das Bild sofort zu entfernen.

Das Werk mit dem Titel "Steile Berge, feuchte Täler" zeigt die schwarze Silhouette einer nackten Frau in einer aufreizenden, sexualisierten Pose. Die Brüste, der Bauch und der Schambereich der Frau zeigen nach oben, sie stützt sich mit den Händen ab, die Beine sind aufgestellt. Hierbei sind die Lippen der Frau zu einem Kussmund geformt, bei den übergroßen Brüsten sind die Brustwarzen aufgestellt, die Beine sind leicht gespreizt und im Schambereich wachsen Nadelbäume. Vor dem Körper, über dem Unterleib der Frau, befindet sich ein Schild mit der Aufschrift
"1. Männerparkplatz".

Wir stufen diese Werbung als eindeutig sexistisch mit pornographischen Zügen ein, denn es gibt keinen Zusammenhang zwischen der abgebildeten nackten Frau und einem Männerparkplatz. Diese Art der sexistischen Werbung, die den nackten Körper einer Frau als Blickfang nutzt und die sexuelle Verfügbarkeit von Frauen allgemein suggeriert, ist frauen- und menschenverachtend. Sie ist weder freizügig, humorvoll oder originell. Sie ist ein trauriges Zeugnis dafür, dass ignorante Menschen, die kein Takt- und Feingefühl gegenüber ihren Mitbürgerinnen und -bürgern haben, mit solchen Methoden noch immer Öffentlichkeit erhalten.  

Auf der anderen Seite suggeriert die Wandzeichnung, dass alle Männer lediglich von ihren Trieben gesteuert würden und spricht ihnen jegliches Moral- und Wertempfinden und jede selbständige Entscheidung ab.  

Diese Aktion ist somit keine reine Frauendiskriminierung, sondern greift allgemein die gesellschaftlich notwendige ethisch-moralische Grundhaltung an. Die Wandzeichnung verletzt die Gefühle vieler Menschen und behindert die Bemühungen, Sexismus in unserer Gesellschaft einzudämmen. Der Slogan "Steile Berge, feuchte Täler in unserem einzigartigen Triberg im Schwarzwald“ unterstreicht die doppeldeutige Symbolik der Abbildung. 

Wir kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sehen die öffentliche Verwaltung und die gewählten Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises in der Pflicht, Vorbildfunktion auszuüben, derartige Auswüchse klar zu unterbinden, gegen diese herabwürdigende Darstellung von Frauen und Männern vorzugehen und aktiv zu werden.

Ein Bürgermeister muss für ein derartiges Fehlverhalten in die Verantwortung genommen werden. 

Derzeit starten die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Zusammenarbeit mit den großen Kinos in Baden-Württemberg eine Kinospot-Kampagne gegen sexuelle Gewalt und Übergriffe unter Jugendlichen, die laut verschiedener Studien auch in unserem Land stetig zunimmt. Aktionen, wie die in Triberg, sind kontraproduktiv, um zu einem wertschätzenden und gleichwertigen Miteinander zwischen Männern und Frauen in unserer Gesellschaft zu kommen.

Unsere dringende Bitte an die Presse: Verzichten Sie auf die bildliche Darstellung des "Kunstwerkes" von Triberg. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie sich nicht von Bürgermeister Gallus Strobel für seine fragwürdige Werbeaktion instrumentalisieren lassen und zur Weiterverbreitung des geschmacklosen Bildes beitragen!

Der Deutsche Werberat, der Landesfrauenrat und das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg, Referat  "Chancengleichheit, Frauen, Antidiskriminierung" sowie verschiedene politisch aktive Persönlichkeiten sind informiert und ebenfalls zum Agieren aufgefordert.

 

 

 

 

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